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Veröffentlichungen
Die Rosi-Wolfstein-Gesellschaft hat ein Buch über Rosi Wolfstein-Frölich veröffentlicht: "Sie wollte und konnte nie etwas Halbes tun." Die Sozialistin Rosi Wolfstein-Frölich 1914 bis 1924, herausgegeben von der Rosi-Wolfstein-Gesellschaft e.V., Witten, bearbeitet von Frank Ahland und Beate Brunner, mit Beiträgen von Helga Grebing, Klaus Kinner u.a., 1. Aufl., Witten: Eigenverlag der Rosi-Wolfstein-Gesellschaft 1995 (= Schriftenreihe der Rosi-Wolfstein-Gesellschaft e.V., Bd. 1), ISBN 3-930031-01-9, DM 24,80 Bestellungen richten Sie bitte mittels Internet-Bestellseite direkt an den Ruhrstadt-Verlag, Breddestraße 3 (Schultenhof), 58453 Witten.
Aus dem Inhalt Geboren 1888 in Witten an der Ruhr, gestorben 1987 in Frankfurt am Main war sie eine der bekanntesten Politikerinnen der Weimarer Republik eine Frau, eine deutsche Internationalistin jüdischer Herkunft, eine linke radikale Demokratin; "die schwarzhaarige, äußerst lebhafte Kontoristin" (Wilhelm Eildermann), "eine fanatische Persönlichkeit, die sich hauptsächlich der radikalen Jugendbewegung widmet" (Polizeibericht), "von pragmatischem Temperament und weniger theoretisch-prinzipiell orientiert" (Helga Grebing). · Während der erste Teil des Bandes die auch im Leben Rosi Wolfsteins politisch sehr bewegten Jahre 1914 bis 1924 rekonstruieren will, versucht der zweite Teil in einem weitergehenden Sinne, eine Einordnung in den historischen Gesamtzusammenhang zu leisten. Im dritten Teil werfen ausgewählte Dokumente Licht auf einige Facetten ihres Lebensweges. Doch dem Jubilar gehört das erste Wort: Rosi Frölich erinnert sich 82jährig an ihre Begegnungen mit Rosa Luxemburg. · Rosi Wolfstein zählt zu jenen bedeutenden Persönlichkeiten der deutschen Arbeiterbewegung, die in der ostdeutschen Geschichtsschreibung, wie Wladislaw Hedeler schreibt, dazu dienten, die parteioffizielle Linie zu illustrieren, indem ihre als falsch deklarierte subjektive Ansicht der als richtig erkannten objektiven Auffassung der Partei gegenübergestellt wurde. Hedeler schließt seine knappen Bemerkungen mit dem Hinweis darauf, daß Rosi Wolfstein zugleich zu jenen Frauen in der Arbeiterbewegung gehört, die in der Betrachtungsweise der Geschichtswissenschaft hinter dem Wirken ihrer Lebens- und Kampfgefährten zurückstehen. · Esther Dischereit beschreibt Rosi Wolfsteins Einstieg in ihr lebenslanges politisches Wirken, ihre Empörung über soziale Ungerechtigkeiten und zugleich ihre hautnahe Berührung mit dem sozialdemokratischen Kampf für die Emanzipation der arbeitenden Klasse, die sie schließlich in die SPD hineinführt, aber auch ihren Weg aus der Partei heraus, an der Seite Rosa Luxemburgs. · Die nächsten drei Beiträge zeigen Rosi Wolfstein aus höchst unterschiedlichen Perspektiven. Anhand von Briefen berichtet Beate Brunner über Rosa Luxemburgs freundschaftliches Verhältnis zu Rosi Wolfstein, während Siegfried Scholze über das Mißtrauen von Polizei und Justiz gegenüber der sich herausbildenden oppositionellen Jugendbewegung schreibt. Ein wiederum anderes Bild vermittelt Max Diamant, der 1990, zwei Jahre vor seinem Tod, mit Beate Brunner und Udo Hennenhöfer über seine Begegnungen mit der preußischen Landtagsabgeordneten Rosi Wolfstein sprach. · Helga Grebing bettet die frühen Jahre Rosi Wolfsteins und Paul Frölichs gleichermaßen in ihre Gesamtbiographie wie in den geschichtlichen Prozeß ein und arbeitet das Exemplarische an Leben und Wirken beider heraus. Insofern sie Paul Frölichs politisch-theoretischem Werdegang wesentlich breiteren Raum widmet als dem Wirken seiner Lebensgefährtin, erscheint ihr Beitrag auch symptomatisch für die Darstellung der Frau an der Seite ihres Mannes. Doch war es nicht zuletzt Rosi Wolfstein selbst, die dazu beitrug, ihre eigene Rolle, ihren eigenen Anteil am Wirken Paul Frölichs geringer erscheinen zu lassen, als es der Wirklichkeit nahekäme. · Teil II fügt Rosi Wolfsteins "bewegten politischen Lebensweg" (Siegfried Scholze) in das politische und soziale Umfeld ein. Er steht unter dem Titel "Die sozialistische Linke und die Novemberrevolution", wobei darunter KommunistInnen und SozialdemokratInnen neben den Mitgliedern der vielen kleineren Gruppen und Parteien, die sich zwischen und neben ihnen angesiedelt haben, subsummiert werden. · Klaus Kinner thematisiert Rosi Wolfsteins Haltung zur Wahlbeteiligung der KPD. Dabei setzt er ihre Äußerungen auf dem Gründungsparteitag der KPD in Beziehung zu einer Studie, die sie ein knappes Jahr später im Rahmen eines Parteischullehrgangs erstellt hatte. · Die Novemberrevolution, die "verhinderte proletarische Leitrevolution" (Klaus Kinner), als Kristallisationspunkt, der gleichermaßen die Spaltung der Sozialdemokratie wie die Suche nach neuen Organisations- und Politikformen markiert, bietet vielfachen Anlaß, Vergleiche zur Gegenwart zu ziehen. Unmittelbar vor der deutschen Vereinigung diskutierten im Juni 1990 in Witten ost- und westdeutsche LinkssozialistInnen über die Spaltung der deutschen Arbeiterbewegung im Umfeld der Novemberrevolution. Die Diskussion stand in der Tradition der demokratischen Linken: ein ebenso engagierter wie zwangloser Austausch von Argumenten und Interpretationen. · In den abschließenden Dokumenten begegnet uns Rosi Wolfstein als Observierungsobjekt von Polizei und Militär, als profilierte Parteitags- und Parlamentsrednerin und im Kampfe um ihre Parteirechte engagierte Streiterin. Der Druck dieses Bandes wurde von verschiedenen Institutionen großzügig gefördert. Die Rosi-Wolfstein-Gesellschaft e.V. dankt der Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf, der Stadtsparkasse Witten, und der Partei Bündnis 90 DIE GRÜNEN, Kreisverband Ennepe-Ruhr und Ortsverband Witten.
Juden im Ruhrgebiet: Wittener Juden im Kaiserreich Ein Aufsatz unseres Mitgliedes Frank Ahland MA ist in einem Buch des Essener Klartext-Verlages erschienen. Eine gekürzte Fassung mit Abbildungen bieten wir hier. |
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Letzte Änderung am 01.11.2006 Mit freundlicher Unterstützung des Online-Forum e. V. |